Sonntag, 24. Januar 2016

Loslassen

Namasté ihr Lieben,

oh ich hab schon so oft über das Loslassen geschrieben. Beispielsweise hier und hier und hier.

Doch heute war es soweit. Da ist wieder was hoch gekommen. Oder ich bin mal wieder noch tiefer gegangen.

Spannend was sich da plötzlich alles auftut, wenn man anfängt mit und an sich zu arbeiten. 


(Wie und wie lange ich das schon mache, darüber schreibe ich bestimmt auch bald.)

Na jedenfalls hab ich mir ja selbst vorgenommen, dass dieser Blog meine Gefühle direkt zu euch bringt. Ich mag mich nicht verstecken. Es soll kein Geheimnis sein, dass auch ein Sonnenschein mal lieber hinter den Wolken bleibt oder es Tränen Quellwasser aus dicken, grauen Wolken regnet.

Ich könnte jetzt einen zweiten SAY YES Beitrag schreiben heute - aber da ich noch nicht ganz erfolgreich ja gesagt habe, wäre das ein bisserl falsch. Also in Bezug auf das gleich Folgende habe ich JA gesagt. Aber generell bin ich im Loslassen noch nicht so gut, wie ich es gern hätte.

Bringen wir es mal auf den Punkt: Ich bin eine absolute Planerin. 


Und erwische mich selber immer und immer wieder dabei, über ALLES und am besten auch JEDEN die Kontrolle zu haben. Daweil weiß ich doch genau, dass das a) nicht geht und b) gar nicht meiner Natur entspricht.

Ich, als diejenige welche für die Freiheit aller Lebewesen plädiert. Ausgerechnet ich! Zwänge mich selbst noch immer, teilweise, aber es ist schon wirklich viel besser geworden, in einen selbstgebauten Käfig.
Die Erkenntnis (und das Niedertippeln hier) ist ja schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung. Auch klappt es mit den Vereinbaren von Treffen mit Freundinnen schon sehr gut - die werden nun nämlich immer öfter "Lass uns das am XY-Tag SPONTAN entscheiden!" hören. *Eigenlobwiederaus!*

RAUS AUS DEM KÄFIG!!!


Ich zitiere erneut Gabby Bernstein aus Crazy Sexy Miracles:

<<When you think you surrender, surrender some more!>>


(Anmerkung: Das war nur die Einleitung bis hier hin :) :) :) Jetzt geht's erst los!!!)

Oft sind es die Fragen von Freundinnen, die mich tieftauchen lassen. Richtig gemein wird es, wenn auf meine Fragen, Rückfragen folgen! Heute geschehen. In Form von "Ja aaaaaaaaber, wie war das denn bei dir damals?". Na bravo. Da hab ich mir mal schön selbst ein Ei gelegt! (Und das aus dem Mund einer Veganerin!) ;-)

Die Frage ist: Trauern wir Exfreunden hinterher, oder nur der Zeit, die wir mit Ihnen verbinden?


Ich konnte die Antwort nicht per whatsapp niedertippeln. Es folgte eine Sprachnachricht. Mit einer Länge von knapp SIEBEN MINUTEN!!!!

Doch jetzt, bei nächtlichen Spaziergang mit dem Hundemann, ist mir klar geworden, dass das was ich da erzählt hab, vielleicht auch anderen Frauen hilft. Wenn nicht jetzt, später mal. Oder mir. Wenn ich mal wieder melancholisch eine Romanze anschaue (so wie heute "Er steht einfach nicht auf dich"). Vielleicht auch, wenn mal wieder Fragen auftauchen, deren Antworten mir selbst schon ganz lange klar sind. Die aber trotzdem immer und immer wieder "HALLO CLAUDI! DA BIN ICH WIEDER!" rufen.

Damit ihr mal seht um was wen es geht, hier ein Foto vom 18. Juli 2009. Entstanden bei der 360° Tour von U2 in Berlin. Im Hintergrund links: The one and only THE EDGE. Hach.


OH WIE VERKNALLT ICH WAR! Hab ich ihm da aber nicht gesagt, sondern erst knapp zwei Monate später.

So etwas Verrücktes, wie dieses Wochenende, hab ich zuvor noch nie erlebt gehabt. Und da sind wir auch gleich beim Punkt:

Nein, ich trauere nicht IHM als meinen FREUND hinterher. Aber sehr wohl der ZEIT damals.


Die war unbefangen, leicht, verzaubert, unkompliziert, easy, jugendlich, unbeschwert, ungeplant, spannend, aufregend, natürlich, liebevoll, neu.

Damals war ich noch Vegetarierin, das Essen auswärts ohne jegleiche Form von Überlegungen machbar. Ab ins Auto, losfahren. Mitnehmen und mitgenommen werden. Mir war es schnuppe ob ich unterwegs ein billiges neues Shirt gekauft hab. Biobaumwolle? Fairtrade? Was ist das? Keine Zahnpasta dabei? Egal. Seine tut's auch! Mit knallroter Birne zur Bühne im Olympiastadion rennen um in der ersten Reihe zu stehen! Klar! Mitten in der Nacht irgendwo bei der Leipziger Messe ins Hotel einchecken vor lauter überdrehter Müdigkeit? Machen wir! Kurztrip nach Paris! Oui, bien sûr. Ein Feuerwerk im Sommer hochjagen weil man was zu feiern hat? Why not? Zu fünft im Auto an die Côte d'Azur. Alles war drin.

Ja, Mitte 20 is anders als Mitte 30. Punkt.


Die Themen Familie, Dämonen und Angst waren auch damals schon präsent. Doch (durch Musik, Konzerte, Freunde, Parties, Karaoke, Stammtische, Reisen, Käse und Champagner) absolut einfach ausblendbar. Da gab es kein Überlegen, ob man es wirklich wagen könnte, nach nicht mal nem halben Jahr kennen, schon zusammen zu ziehen. Da gab es nur "SAG JA!". Da war Sehnsucht, da waren Fahrten mitten in der Nacht von München ins Outback. Ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen. Egal ob es Sonntag oder Freitag ist. Voller Liebe und Triebe.

Oft werde ich gefragt, ob er mir fehlt, ob ich ihn nicht "wieder haben" will.
Nun, "gehabt" habe ich ihn nie. Und ich will auch nie einen Mann "haben". Siehe meine Gedanken zum Bergwerk.
Doch ich weiß, nach zwei Jahren Zusammensein plus einem halben Jahr freundschaftlich und ohne bösen Zoff zusammen wohnen (nach der Trennung Entscheidung, die Partnerschaft zu beenden):

Alles ist gut.


Ich bin unendlich und unsagbar dankbar für die Momente, die ich sammeln durfte an seiner Seite. Mir ist bewusst, dass wir beide für immer (und das meine ich auch so) einen ganz besonderen Platz im Herzen des anderen haben werden. Hoffentlich auch für immer einen Platz im Leben des anderen. Er ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ich möchte ihn nicht missen. Mit all seinem Terror und dem Gold.

Doch als Paar - nein. Ein klares Nein. Aus tiefstem Herzen und voller Liebe. Warum? Weil er mich nicht tragen kann. Weil ich zu sehr Frau bin, um aus dem Empfangen rauszukommen. Mein Herz ist zu weich für ihn als Partner an meiner Seite. Nicht jedoch für ihn als guten Freund.

Was ich aber sehr wohl wieder will, sind die Gefühle von damals. Summer of 2009. 


Die hängen aber nicht mit ihm zusammen. Natürlich hat er sie ausgelöst, genauso wie ich was (komplett anderes) im Sommer 2015 erleben durfte. Ich habe ihn und unsere Partnerschaft mittlerweile losgelassen.

Doch in beiden Fällen sind es ja MEINE GEFÜHLE gewesen. 


Sie wurden zwar ausgelöst von Männern. Aber sie sind meine, tief in mir. Die gehören mir. Meins, meins, meins. Und ich geb sie nicht her. Es braucht nur einen Auslöser. Ein Passwort. You. Enter here. Right now.

Das Beste: 

Viele Begegnungen, lösen dieses Schweben in mir aus. 


Das können Mädelsabende sein, Feste die es zu feiern gibt, Konzerte oder auch meine Einzelstunden und die Ausbildungs-Wochenenden. Jetzt denkst du dir vielleicht, wie ich eine Partnerschaft mit solchen Dingen vergleichen kann. Oder das Verliebtsein.

Nun, dass liegt daran, dass ich meine Romantik auf ALLES im Leben verteile.


Als selbsterklärte Momentesammlerin klappt das mittlerweile recht gut.

Und dennoch... Bleibt da ein Herzenswunsch... Nach solchen Gefühlen wie damals...


Sunshine, sunshine
Sunshine, sunshine
Oh, oh
Oh, oh
I was lost between the midnight and the dawning
In a place of no consequence or company
3:33 when the numbers fell off the clock face
Speed dialling with no signal at all
 
Go, shout it out, rise up
Oh, oh
Escape yourself, and gravity
Hear me, cease to speak that I may speak
Shush now
Oh, oh
Force quit and move to trash
I was right there at the top of the bottom
On the edge of the known universe where I wanted to be
I had driven to the scene of the accident
And I sat there waiting for me
Restart and re-boot yourself
You're free to go
Oh, oh
Shout for joy if you get the chance
Password, you, enter here, right now
Oh, oh
You know your name so punch it in
Hear me, cease to speak that I may speak
Shush now
Oh, oh
Then don't move or say a thing
Quelle: http://www.u2.com/lyrics/183





Für die J. und den W., weil ich euch beide immer lieben werde. Danke für euch in meinem Leben.


Sonnengrüße,
Claudi

P.S.: Ich brauch mehr Vorbeugen in meiner Praxis!!! Die stehen für das Loslassen. Und irgendwie dreht man damit ja auch seine Welt um. So a bisserl. Wie das Schaf im Blog-Logo ;-)

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