Freitag, 9. September 2016

Und plötzlich macht es PENG und alle Pläne sind dahin.

Namasté ihr Lieben,

vorweg: mir geht es gut. Physisch. Psychisch weiß ich grad noch nicht. Das wird sich im Zuge des Schreibens gleich rausstellen.
Aber ich bin gesund, es ist alles dran. Kein Kopfweh, kein Bruch, keine Quetschung, keine Wunde, keinerlei Verletzung.

Ich hatte heute einen Auffahrunfall. Leider hab ich ihn verursacht. Auf dem Münchner Georg Brauchle Ring, Richtung Osten. Solltest du nach 07:50 Uhr im Stau gestanden sein: Entschuldigung - ich war es!

Dem Mann vor mir ist auch nix passiert. Sein 3er BMW hat nur einen Kratzer an der Stoßstange. Leider hat sich seine Anhängerkupplung in mein Auto ("Himbie" weil er wie eine kleine süße Himbeere ausschaut) gebohrt. Und dabei mindestens den Kühler beschädigt. Was wirklich alles kaputt ist, wird sich Anfang nächster Woche rausstellen.

Einerseits bin ich dankbar, dass heute Freitag ist und ich entspannt etwas später ins Büro kommen konnte ohne Zeitdruck. Und ich bin dankbar dafür, dass der Unfall auf der ganz äußeren der vier Spuren passiert ist. Außerdem bin ich sehr dankbar für meine grandiose Kollegin und dafür, dass heute in der Arbeit keine Kopfarbeit fordernde Aufgabe erledigt werden musste. Und das trotz letztem Tag vor dem Urlaub.

Hier sind wir dann beim Knackpunkt:
Ich wollte nach Berlin am Dienstag. Allein. Mit Finn. Im Himbie. Etwas machen was ich mich bisher nicht getraut habe. Ohne Beifahrer 1.200 Kilometer wuppen. Bei Sonnenschein in meine zweite Lieblingsstadt fahren. Dort einziehen für drei Nächte bei Bruderherz und seiner Freundin. Freundinnen von mir treffen. Einfach mal raus aus München, nachdem ich heuer bereits zwei Urlaube mit Finn hier verbracht habe. Ich hab mich soooo sehr gefreut. Auf all das. Reservierungen wurden bereits getätigt für zwei Mittagessen. Die Packliste war geschrieben. So sehr habe ich mich gefreut auf dieses Projekt der Angstüberwindung. Das Übermichhinauswachsen.

Tatsächlich habe ich im Moment des PENGS als erstes "BERLIN!" gedacht. Krass, oder?

Mir war ja schnell klar, dass nix wirklich Schlimmes passiert sein kann. Naja. Bis hierher eigentlich nur mal die Vorgeschichte. Jetzt erst kommt der, wie ich finde, interessante Teil.

Claudi bei einem Unfall 2010:
Weinend, schreiend, Atemnot, Panik, zitternd, fix und fertig.

Claudi heute:
Ok. Erstmal die Warnweste anziehen. Ah, der Fahrer vor mir steigt schon aus. Ihm geht es also gut. Puh. Blick nach hinten. Ok, ich kann raus. Ah. Warnblinker an. "Hallo. Entschuldigung. Es tut mir sehr leid. Ich sag ihnen gleich, dass ich weiß, dass ich schuld bin!". Grinsen. Puh. Fotos machen. Dem Herrn erklären, dass wir uns lieber auf die andere Seite der Autos, an den Rand stellen sollten. Tadaaa :) Auf dem Weg dahin Warndreieck aus dem Kofferraum holen. Restliche Abwicklung in Sicherheit. Er will die Polizei rufen. Ok. Im Nachinein wundere ich mich, dass mir nicht gleich erklärt wurde, dass sie da nicht kommen. Aber gut. Dann Versicherung angerufen. Kollegin informieren. Fotos von der anderen Seite machen. Dem Herrn meine Visitenkarte geben und Versicherungsinfos. Seine Daten als Notiz in mein Handy abspeichern. Seinem Sohn (putzig) die Fotos whatsappen. Von der Polizei (waren 15 Minuten später da) hören, dass man bei so was nicht anrufen braucht. Mei die waren lieb. Haben gewartet, bis er los fährt. (Bei ihm hab ich mich dann zum dritten mal entschuldigt. Mittlerweile mochte er mich. Denke ich.) Und vor allem bis ich das Warndreieick eingesammelt hatte und ob Himbie losfährt. "Machen sie sich keine Sorge, wir bleiben hinter ihnen stehen!". Mein Herz geht auf. Weil: Da waren wir uns nicht so sicher. Dann die beiden Polizisten haben diagnostiziert, dass das wohl der Kühler ist. Aber nix ausläuft. Und ich gerne heim nach Laim fahren darf nach Feierabend - aber bitte dann nicht nach Berlin (haha) sondern nur noch zur Werkstatt. Ich mich bedankt bei den Herren. Und Himbie fuhr. DANKE DANKE DANKE!

Das Ganze in einer SEELENRUHE!!! Da war nicht mal ein klitzekleiner Ansatz von irgendeiner Aufregung. Das war einfach nur entspanntes "zur Kenntnis nehmen". Kein hibbeln oder hyperventilieren. Mein Atem war nicht aufgeregt. EA. AA. Geweint hab ich bis jetzt nicht. Warum auch? Klar is das doof. Aber werder Mensch noch Tier ist was passiert. Sondern nur Blech. Himbie Blech. Aber ok.

Ist das der Yoga? Ist das eine erste offensichtliche Nebenwirkung? Ist das die Ruhe von der alle sprechen? Sind wir hier bei "Yoga im Alltag"?

Jetzt haltet euch fest.

Vielleicht sollte es einfach nicht sein? Vielleicht hat sich das Universum gedacht: Lieber hat sie einen Auffahrunfall bei 30 km/h als einen Totalschaden auf der Autobahn? Oder so? Ich weiß es nicht.

Selbstverständlich bin ich sehr enttäuscht und traurig. Die 150€ Benzingeld für Berlin werden nun in die Selbstbeteiligung für die Versicherung gepumpt. Meine Freundinnen seh ich nicht und die aufregenste Stadt Deutschlands, die ich ENDLICH mal im Sommer erleben hätte dürfen, leider auch nicht.

Aber ich hab was gelernt: Mehr Abstand halten und nicht immer davon ausgehen, dass alle so sicher fahren wir ich selbst. Und wissen wo sie hin wollen/ sollen. Das war mein erster richtiger Unfall (der 2010 ist nur beim Ausparken passiert) nach fast 16 Jahren (viel) Auto fahren!

Jetzt heißt es erneut München Urlaub planen. Ohne Auto. Und mich um Himbie und die Versicherung und Werkstatt kümmern. Die neue Situation annehmen und das Allerbeste draus machen. Das ist eine andere Art von neuer Herausforderung die es zu wuppen gilt.

Vorhin war ich noch schnell einkaufen. Ich lasse Finn nicht gern draußen vor Läden. Den Urlaub will ich nun nutzen um ihm zu lernen, in meiner Wohnung allein zu bleiben.

Und ich werde Sport machen. Vorhin hab ich noch mit HIIT begonnen (und ich hatte nen Kick - wie andere beim Laufen!!! So gut!). Das Radeln wird mir gut tun. Ich hab Zeit für Yoga. Ich kann daheim kochen und meine täglichen Magnesiumfußbäder genießen. Eine Freundin ist morgen schon mal so süß und kommt in meine Hood für einen Ratsch im Café. Ich kann die Hilary Cliton Bio lesen und auch einfach mal Nichtstun.

Vor den Gang in den Biomarkt zu dem ich gleich noch was erzähle, ist mir die happinez aufgefallen. Wegen ihrer Neonschrift. Als ich die Themen gelesen habe musste ich die heute natürlich kaufen.

Achtsamkeit UND Zauberworte für die Seele? Her damit!


Ich bin so stolz, dass der Einkauf dann nicht in (Claudi im Mai 2016) Schokolade, Chips, Schokolade, Gummibärchen, Nudeln, ... geeendet ist. Nein. Der war komplett wie aus dem FF mittlerweile ayurvedisch perfekt.

In der Obstabteilung hat mich ein Verkäufer Trauben probieren lassen. Für 5,99€ das Kilo lasse ich die links liegen! Aber heute - DAS soll meine Belohnung sein. Ja. Die schmecken wie Rotwein. Kein Schmarrn. Ich hab seit Frankreich 2011 kein so gutes Obst mehr essen dürfen.


Daheim schau ich auf den Kassenzettel und stelle fest: Die Kassiererin hat sie als "normale" Trauben abgewogen. Kiss my Karma!!!! Und erneut war ich dankbar. Einfach nur so. Für mein Leben. Und hatte schon wieder ein Grinsen auf dem Gesicht. Voller Freude.


Jetzt gab es also YogiTea "Sei stolz darauf, wer du bist.". Ja. Das bin ich. Und einen kleinen Teil meiner kostbaren Trauben.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ja, jetzt geht es mir auch psychisch wieder gut. Aber doof is es trotzdem ;-)

Sonnengrüße,
Claudi

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