Dienstag, 11. Oktober 2016

Gastblogeintrag: Jivamukti Workshop mit Sharon Gannon

Hallo du,

ich heiße Tanja, darf mich heute als Bloggerin versuchen und von dem Jivamukti Workshop mit Sharon Gannon berichten.

Wie Claudi bin ich sonst eher im klassischen Hatha Yoga (angepasst nach Krishnamacharya) zuhause. Aber wenn sich die Chance bietet, die Gründerin einer Yogarichtung persönlich zu erleben, muss ich dabei sein.

Der Workshop mit Sharon fand am Ostbahnhof im Werk3 im 6. Stock statt. Eine beeindruckende Location mit Blick übers wunderschöne München.

Zur Einstimmung stellte sie die Frage, warum Yoga und eine vegane Ernährung zusammen gehören. Die Antwort ganz klar, es geht um Liebe und Ahimsa (Gewaltlosigkeit) - und sofort fühle ich mich zuhause.

Neben Ahimsa ist Musik im Jivamukti Yoga ein wichtiges Element. Sharon spielt uns Imagine von John Lennon vor. Passend, denn der 9. Oktober ist Johns Geburtstag. Man spürt wie sie ihn bewundert, als sie von ihm als Idealist schwärmt, der die Menschen immer von seiner Idee für eine bessere Welt begeistert hat.





Das wunderschöne Mantra lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu vereint Ahimsa und Musik - wir chanten auf sanskrit und englisch. "Do you agree, it´s a good idea to wish everyone is happy?" - Mit ihrer offenen Art zieht Sharon mich sofort in ihren Bann. Sie ist wunderbar herzlich und direkt, sodass es mir leicht fällt, auch die philosophischen Aspekte ihres englischsprachigen Vortrags zu verstehen.


Sie erinnert uns, dass es einerseits den Zustand des Yoga und anderseits das Praktizieren von Yoga gibt. Der Zustand ist die Erleuchtung, in der wir erkennen, wer wir sind und die Verbindung zum Höchsten (wieder)herstellen. Die Praxis ist alles, was uns in diesen Zustand führen kann. Meditation, Asanas, Pranayama, Mantren, ... Sie betont, dass die Praxis uns zur Erleuchtung führen kann. Unsere persönliche Ausrichtung ist jedoch entscheidend. Jeder von uns praktiziert Yoga, aber wer von uns ist schon erleuchtet? Die Ergebnisse unseres Handelns hängen von unserer Ausrichtung und unserer Achtsamkeit ab. So klar, so einfach, so logisch. Und doch vergesse ich es oft.

Genug geredet, jetzt geht's an die Āsanapraxis. Die ist beim Jivamukti Yoga eher sportlich und fordernd, man sollte gesund, fit und beweglich sein. Ich mag die körperliche Herausforderung, finde es aber schade, dass die anspruchsvollen Āsanas kaum angepasst werden. Dann könnte jeder mitmachen und das schöne Drumherum miterleben.

Meine erste Stunde auf Englisch und dann auch noch unterlegt mit Musik. Ich brauche etwas um ihren Anweisungen folgen zu können aber dann bin ich im Flow aus dog, plank, cobra, warrior, ...

Sharon sagt, die Aufgabe eines Yogalehrers ist, Gott und das Gute in jedem Schüler zu sehen und die Aufgabe des Schülers ist: zusehen, nachahmen und anwenden. Das Meiste wird nur 1x angesagt - "remember the sequence, if you cannot remember what happened 4 seconds ago, how will you remember god, he´s infinity"

Ich denke an Ahimsa und entschließe mich bei Rad, Schulterstand, Pflug und Kopfstand auszusetzen. Wie gesagt man sollte für Jivamukti fit sein - und seine Grenzen akzeptieren, egal was auf der Matte nebenan passiert.

Die Haltung des Kindes eignet sich - so Sharon - besonders gut, um an unsere Lehrer zu denken und ihnen zu danken. Ich lächle und danke meinen wundervollen Lehrerinnen Manuela, Karin und Isolde. Danke auch dir Sharon für diesen schönen Gedanken.



Zum Abschluss liegen wir in śavasāna. Bisher hatte ich dieses Āsana immer genutzt um nachzuspüren oder einfach nur auszuruhen. Sharon setzt auch hier eine neue Intention. Wir sollen uns der Bedeutung - śavasāna heißt übersetzt Totenstellung - bewusst werden. Sie leitet uns an, unseren Körper, unsere Gefühle und Gedanken Gott zurückzugeben so wie es bei unserem Tod eines Tages sein wird. Normalerweise gelingen mir solche Übungen nicht aber dieses Mal war es eine außergewöhnliche Erfahrung die man nur erleben aber schlecht beschreiben kann.

Dann dankt Sharon uns und spielt noch einmal Johns Song <3

Wenn du einmal Gelegenheit hast Sharon live zu erleben - Nimm sie war! Sie ist inspirierend, weise und warmherzig, hat ein ansteckendes Lachen und man spürt wie sehr sie Yoga lebt und liebt.

Liebe Grüße
Tanja

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