Sonntag, 2. April 2017

Das 15. Ausbildungswochenende - Streckungen, Dehnungen und ein Mondgruß

Namaste ihr Lieben,

ich hab einen Nachtrag zum letzten Wochenende.

Es war unser 15. Ausbildungswochenende und dem Thema "Hatha Yoga" gewidmet. Dieses Mal ging es speziell um Streckungen und Dehnungen.

Ich muss gestehen - ich hab es wie in Trance erlebt. Körperlich war ich da - aber mein Kopf war woanders. Es ging mir die letzten zwei Wochen wohlfühltechnisch betrachtet alles andere als so gar nicht gut. Die Freude und Leichtigkeit ist erst seit vorgestern wieder da.


Der Papa eines sehr lieben Freundes ist gestorben. Nach langer Krankheit und zum Glück daheim, bei seiner lieben Frau, im eigenen Bett und nachdem Gespräche mit den Söhnen, deren Freundinnen und der eigenen Schwester stattfinden konnten. Zur Beerdigung wollte ich unbedingt gehen - für mich und für die Familie.

Nun ist es ja so, dass ich dem "Thema" Tod gegenüber leider (?) sehr offen und erfahren bin. 


Gestorben bin ich freilich noch nicht - aber das war meine 15. oder so Beerdigung. Nein, ich zähle nicht mit, hab nur mal kurz überschlagen.

Aber DAS hat mich dann doch wieder eiskalt erwischt. Weil es sich um eine Familie handelt in der so viel Liebe an der Tagesordnung ist, wie ich sie noch nie bei einer anderen erleben durfte. Weil ich viel Zeit mit den Eltern meines sehr lieben Freundes verbringen hab dürfen (und mit der Mama hoffentlich auch weiterhin darf) und er selbst ein irrsinniger wichtiger Mensch in meinem Leben ist.

Ich war schlichtweg nicht darauf vorbereitet, stundenlang immer und immer wieder zu weinen. Aber da is so viel passiert. Ich mag eine Beerdigung nicht als schön bezeichnen und die Frage "Wie war die Beerdigung" habe ich bis heute keine Antwort. Der Pfarrer kam zu spät, es war kalt und grau und windig auf dem Berg. Einen Redner hätte ich an die Wand klatschen können. Aber mei. So schlimm wie bei meinem Opa damals, als der Pfarrer sagte "Nun ist er da wo er hingehört" war es nicht. Der Pfarrer auf dem Berg hat sich in der Kirche zu meinem Glück zurück gehalten, erst am Grab sein übliches 0815 Programm durchgezogen. Und immer wieder über seine Verspätung gescherzt. WIe passend. Nicht.

Zwei weitere Redner hätte dafür umarmen können (bei einem ging das ja auch) vor lauter Freude und über und Dankbarkeit für ihre gut gewählten Worte.


Es war also eine ... warmherzige und liebevolle Beerdigung. Ja. Nun habe ich zwei Wörter. So, wie der leider leider Verstorbene. Er fehlt. Und ich versuche weiterhin "mitfühlen statt mitleiden" aber stoße in dem aktuellen Fall sehr an meine Grenze...

Und so bleibt aus den vielen Dehnungen und Streckungen die wir besprochen haben vor allem eins hängen:

Der wunderbare Mondgroß. Er hat mich zu mir zurück gebracht. Herrlich. Wohltuend. Einfach. Tiefgehend. Wirkungsvoll. Konzentration total und ein dickes Paket an Selbstachtung. Gepaart mit extra viel Weiblichkeit. Ich bin unserer Lehrerin sehr dankbar dafür.


Sonnengrüße,
Claudi

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