Mittwoch, 24. Juli 2019

Kuhmilch-Alternativen selber machen

Namaste du Liebe*r,

ich hab mich vorhin wie ein Sellerieschnitzel über die neue PULS Reportage gefreut!




Ich selbst hab schon viel über das Thema geschrieben und gesprochen. Die wichtigsten Links zu meinen Gedanken findest du im Blogeintrag zur fünften Folge von Friede Freude Süßkartoffel.

Weil es nie schaden kann, hier nochmal alle Beiträge:

Blogeintrag zur Herstellung von Milch
Was ich am Sonntag, 07.05.2017, erlebt habe (türkisch und vegan in München)
Gedanken über die "Emotionen" dieser Folge auf meinem Yogablog
Ist Käse vegetarisch?


Danke fürs Nachdenken bei deinem nächsten Einkauf und für deine Entscheidung für Mensch, Tier und Umwelt. 

 

Vielleicht nimmst du dir meine kuhle Oma als Beispiel? Die ist mit 81 Vegetarierin geworden und hat heute mit mir zum ersten mal Mandeldrink gekauft - zwecks Bluthochdruck und ihrer Cholesterinwerte.


Danke für dich und Sonnengrüße von Herzen,
Claudi

Samstag, 20. Juli 2019

Bewegungsdrang

Namaste du Liebe*r,

absolut neu in meinem Leben ist ein akuter Bewegungsdrang. Den habe ich seit Anfang Juni und weiß gar nicht mehr wohin mit meiner Energie. Kennst du das?

Ich will ständig spazieren, Rad fahren, schwimmen oder āsanas üben. Und wenn ich daheim sitze kommt fast ein schlechtes Gewissen - aber vor allem ein komisches Gefühl hoch. So als würde ich Zeit "sinnlos" verstreichen lassen, die meinem Körper in Bezug auf Aktivitäten gut tun würde. Als würde was fehlen? Das ist total neu. Alles.


Heute habe ich beschlossen einen mir selbst verordneten körperlichen Pause-Tag einzulegen. Den verbringe ich mit mir allein (und Finn). Ich will am Balkon sitzen, ein Buch lesen, Videos schauenderweise lernen und eine E-Mail an Karin steht noch an für das Supervisions-Seminar im September.

Warum der Pause-Tag? Weil ich meine, dass zu viel nicht gut ist. Sobald eine gewisse Art von Abhängigkeit entsteht werde ich gleich aufmerksam und skeptisch. Außerdem war ich gestern erst um 02:30 Uhr im Bett und hänge in den Seilen. Und so ganz Pause is eh nicht weil ohne Yoga am Morgen starte ich eh nicht in den Tag und spazieren stehen mit Finn war ich ja auch schon.

Jedenfalls gibt es heute Sport am Bildschirm :-) *roar*




Danke für dich und Sonnengrüße von Herzen,
Claudi

Sonntag, 14. Juli 2019

Das 36. Ausbildungswochenende - "Yoga ist Menschlichkeit und nicht Kopfstand" mit Sriram

Namaste du Liebe*r,

über Sriram gibt es hier schon einige Beiträge.

Im September 2015 durfte ich ihn - einen Monat vor Beginn meiner Ausbildung - bei Jivamukti erleben. Hier findest du den kurzen Blogeintrag zu seinem Vortrag "Der Schlaf, der Tod, das Selbst".

Zwei Stündchen in einer Schule die fernab unserer Tradition unterrichtet sind allerdings nichts gegen drei Tage im Kreise von Krishnamacharya Yogi*nis.

Und so freue ich mich am meisten darüber, dass ich vier Jahre später einen ganz anderen Sriram gesehen, gehört und ins Herzerl geschlossen habe.

Voller Weisheit, Liebe, Geduld und mit viel Charme hat er uns in seine Gedanken zur vier Slokas der Bhagavadgītā wissen lassen.

Wir haben II.47, II.48, II.57 und II.58 besprochen. Es war Zeit und Raum für Fragen. Es wurde oft Rezitation und auch Meditation geübt. Trotz vieler Menschen (Jahrestreffen = alle drei aktuellen Gruppen sind anwesend und "freiwillig" Ehemalige Schüler*innen) war Platz im wirklich schönen Bürgersaal Gräfelfing für einige āsanas. 



Mein persönlicher Höhepunkt war das immer wiederkehrende Rezitieren der vier Slokas. Eins meiner drei Lieblingsmantras (das "asato ma") wurde ebenfalls ständig angestimmt. Und wenn man so häufig gemeinsam mit der begnadeten Stimme von Sriram das OM tönen darf... dann sind Gänsehaut und Herzklopfen garantiert.

 

Nach den Seminaren schreibe ich mir das Allerwichtigste aus meinen Notizen immer auf PostIts und klebe die in meinen Yogaraum. Es handelt sich also hier komplett um Zitate von Sriram.

 

Inhaltlich nehme ich mir vor allem mit, dass ich kein Recht auf das Ergebnis habe... aber auf das Handeln. Versuchen will ich aufzuhören mich auf Ergebnisse zu fixieren. Meine Ausrichtung auf das Ziel soll dabei bestehen bleiben... aber ich beharre nicht mehr auf das Ergebnis. 

 

Vielmehr will ich in meiner inneren Stabilität wohnen und einen gewissen Gleichmut gegenüber Erfolg oder Misserfolg erreichen. Motivation und Verbundenheit sollen mich auf meinem Weg begleiten. Ich möchte mein eigenes Leben weiterhin mit Sinn und Aufgaben bereichern.


Außerdem hoffe ich dieses "Liebe, Liebe, Liebe"-Gefühl noch weiterhin bei mir zu tragen. Und freue mich wie ein Sellerieschnitzel über die supergute Entscheidung zwei Urlaubstage genommen zu haben und somit erst am Freitag wieder in Sache Teilzeitjob unterwegs zu sein.

Danke für dich und Sonnengrüße von Herzen,
Claudi


P.S.: Hier noch eine Folge "Friede Freude Süßkartoffel" dazu


Donnerstag, 4. Juli 2019

kleśa-Party im Schwimmbad

Namaste du Liebe*r,

ich war heute schwimmen im Hallenbad. Und habe mit einigen älteren Herrschaften eine kleśa-Party gefeiert.

Dazu eine Vorgeschichte:
Ich find Hallenbäder doof, Freibäder noch schlimmer. Am liebsten würde ich in den See hüpfen. Aber: Zum einen find ich das allein komisch (man weiß ja nie beim Rausschwimmen... plötzlich dann vielleicht ein Wadelkrampf, Schwindel oder was auch immer) zum anderen habe ich schon immer ein persönliches Problem mit Fischen. Und anderen komischen, nicht identifizierbaren Dingen die da so im Wasser sind.

Am liebsten war mir der private Pool des Ferienhauses in Spanien. Leider habe ich hier keinen Pool und deswegen hilft es nix. Wenn ich schwimmen will, muss ich in einen sauren Apfel beißen.

Warum ich allein schwimmen mag:
Keine Ablenkung möglich, alle Sinne auf mich selbst zurück gezogen, keine Unterhaltung, viel Bewegung, gutes Training, dennoch nicht so anstrengend wie beispielsweise Joggen oder Radln.



Schon am letzten Sonntag war ich im Hallenbad. Und danach fix und fertig. In München haben Kinder grad kostenlosen Eintritt. Demenstprechend gehen gefühlt nun ALLE Eltern mit ALLEN Kindern in ALLE Schwimmbäder. Also nix mit meinem Plan: Ich bin bestimmt ganz allein im Hallenbad weil niemand kommt auf die irre Idee bei 36 Grad Außentemperatur ins Hallenbad zu gehen. Noch dazu in eins das so gar nichts draußen zu bieten hat. Denkste! Es war die HÖLLE los! Drei Kindergeburtstage. Zig Teenies die irgendwelche seltsamen Machtkämpfe austragen, eine Kinder die grad schwimmen lernen im Nichtschwimmer-Bereich, Kleinkinder im Kinderschwimmbecken (die stören mich nicht weil in einem separaten Raum). Der Geräuschpegel war eine Zumutung und vor allem: Ich konnte meinen Bahnen nicht ausschwimmen sondern bin immer an der Grenze zum Nichtschwimmerbereich umgedreht. Doch auch im Schimmerbereich war ständiges Ausweichen und Aufpassen angesagt weil die einen Kids getaucht sind, die anderen wild rumgeplantscht haben, oder oder oder. Meine Lerneinheit: Nie mehr wieder am Sonntag ins Hallenbad!


Also hab ich mich heute (freier Tag vom Teilzeitjob) aufgemacht. Und siehe da: Schon am Parkplatz war mir klar: heute ist es ruhiger. Hurra!



Noch daheim habe ich festgestellt, dass bis 10:30 Uhr der das gesamte Becken gesperrt ist. Ich weiß, dass dort Schulklassen Schimmunterricht haben und bin somit erst um 10:20 Uhr angekommen.

Doch da waren keine Schüler! Ein Becken voller Renter*innen die Wassergymnastik geübt haben! So lieb, so cool, so sportlich, so fleißig, so begeistert und voller Freude. Die Stimmung war super, Musik ist auch gelaufen und ich hab mich königlich amüsiert. Ehrlich herrlich!!!

Bei der Gymnastik habe ich nicht mitgemacht - aber sehr gefreut, dass nicht das komplette Becken gesperrt war sondern nur der linke Teil des Beckens und das auch nur im Nichtschwimmerbereicht. Es folgen dann zwei Bahnen für Sportschwimmer (Himmel sind die schnell!) und im rechtne Bereicht des Beckens konnte man Bahnen durchschwimmen. Das haben zwei Herren gemacht als ich ankam. Ich hab mich einfach eingefädelt und bin ganz brav mit den beiden im Uhrzeigersinn auf und ab geschwommen. Irgendwie schon cool, wenn die Verständigung so ganz ohne Worte klappt. Fast wie auf unserem Schweigeseminar.

 

Nach gut 20 Minuten war die Stunde vorbei und alle Teilnehmer*innen haben zu schwimmen begonnen. Und dann ging sie los - die kleśa-Party im Schwimmbad!


Was sind kleśas?

avidyā            Die flasche Erkenntnis
asmitā            Die Selbstbezogenheit
rāga                Die Sucht
dveṣa              Die Abneigung
abhiniveśa       Die Angst


Alle zu finden im Yogasutra 2.3 - falls jemand tieftauchen möchte.

Gockel1 verschiebt die o. g. Schnellschwimmerbahn nach Rücksprache mit dem Bademeister. Betritt das (Zwei-Meter?)Sprungbrett und platscht ins Wasser. Dies erfreut drei anwesende Teenies (was machen die am Donnerstag gegen 11:00 Uhr im Schwimmbad???) und sie reihen sich ein und hüpfen ebenfalls ins Wasser. Gockel1 scheint hiervon nicht begeisert zu sein. Davon abgesehen sprich: Vier Springer.

Hier war m. E. schon mal asmitā vorhanden. Denn Gockel1 ist schon sehr von sich selbst überzeugt auf das Sprungbrett gestapft. Mal davon abgesehen mit welcher Elegeanz und Köperbeherrschung die Sprünge ausgeführt wurden. Vielleicht um eine der anwesenden Damen zu beeindrucken? Wer weiß? Mich jedenfalls hat das nicht beeindruckt, sondern einfach nur genervt.

Das ist der Zeitpunkt an dem ich das Weite suche und von der rechten Seite des Beckens durch den Schnellschwimmerbereich auf die linke Seite des Beckens umziehe.

Thema für mich somit erledigt.

Nicht jedoch für Gockel2. Der möchte hier ja schließlich Sport machen. Und was das denn solle? Man könne doch nicht einfach so das Brett nutzen! Hier würden Menschen schwimmen wollen! (Ich denk mir nur: Hahahaha! Komm du mal bitte am Sonntag!)

Vielleicht hat sich damit also rāga gezeigt. Die Sucht danach die Bahnen so richtig durchziehen zu wollen. Ohne Störung. Kein springender Gockel1! Sondern genug Platz und Ruhe für Gockel2.

Gockel2 holt dann den Bademeister zu Hilfe. Den juckt das allerdings scheinbar nicht sonderlich. Details bekomme ich auf die Entfernung nicht mit.

Nachdem Gockel1 nicht aufhört zu springen, wechselt Gockel2 nun auf die linke Seite des Beckens. Ich bin mir sicher, dass die absolute Abneigung (dveṣa) gegenüber Gockel1 vorhanden ist. 

Witzigerweise ist es dann so, dass Gockel2 nun meint er müsse das Becken für sich haben. Ohne Rücksicht auf irgendwen, werden die Bahnen durchgezogen. Zu Beginn waren er, der nette Herr und ich ja nur zu dritt und konnten uns wie oben beschrieben aufeinander abstimmen. Doch nun sind die Hähne freigelassen worden, ncoh dazu stinkesauer und echt aggresiv. Rette sich wer kann!

Problem hierbei: Das Becken ist voller Damen, die nach der Wassergymnastik mit witzigen "Schuhen" und "Handschuhen" und Haltebretten immer noch Gymnastik machen. Allerdings funktioniert das (hab ich noch nie gesehen) irgendwie so als würde man gehen? Das sogar im Schwimmerbereich? Und so Schaumstoffschwimmbretter sind hinten in die Badeanzüge geklemmt? Neu für mich. Aber cool! Ich mag ältere Damen sehr gerne. Da fühle ich mich wohl. Da wir gelacht und gescherzt und sich ausgetauscht. Ganz gemütlich. Ich schwimme wahlweise links oder rechts an den Ladies vorbei und freu mich, dass sie ihren Spaß haben.

Gockel2 sieht das aber anders und zieht somit nun die Missstimmung auf sich. Er fühlt sich offensichtlich noch immer missverstanden und krault und rückenschwimmt und stößt andere Schwimmer*innen an.

"Wir" werfen uns entsprechende Blicke zu und ich verfolge mehrere Gespräche in welchen sich über Gockel2 gewundert wird.

Ein Shantishantishanti singe ich, als er endlich das Becken verlässt. Außen schnappt er sich den armen Bademeister. Und sagt ihm nochmal so richtig seine Meinung. Gockel1 (mittlerweile im Schnellschwimmerbereich) mischt sich dann ein!
Bei mir kommt dann mal kurz abhiniveśa auf. Ich dachte echt, ich seh jetzt gleich wie sich Gockel1 und Gockel2 gegenseitig verprügeln. Es bleib beim Anschreien. Auch nicht schön.

Von wegen also "Ich freu mich in Ruhe mit älteren Herrschaften schwimmen zu können.". Puh. Das war eine Aufregung. Als eine falsche Erkenntnis - avidyā- würde ich das aber nicht bezeichnen.

Im Gegnteil: 

Erneut freue ich mich darüber, dass der wahre Yoga nicht nur auf der Matte, sondern vor allem im echten Leben statt findet. Heute im Schwimmbad ;-) 


Danke für dich und Sonnengrüße von Herzen,
Claudi