Dienstag, 31. März 2020

Emma und ich arbeite in der Notaufnahme und das war meine Nachricht an euch

Namaste du Liebe*r,

heute erneut mit einer Kopie.
Gesehen bei "Meine Sicht der Welt", verfasst und/ bzw. veröffentlicht von vanilla icedream.

DANKE EMMA!

Und DANKE all deinen Kolleg*innen und allen Menschen die gerade Ähnliches leisten wie du es tust!


IHR SEID HELD*INNEN!!!

Sonnengrüße von Herzen,
deine Claudi




Ein Mann in China erkrankt an einer mysteriösen Lungenkrankheit.
Was es ist, interessiert keinen.
Das Virus bekommt einen Namen. “Sars-CoV-2”.

“Zu uns wird das nicht kommen.”

Asien. Afrika. Amerika.
Kölns Straßen rufen “Alaaf!”
Die Zahl der Infektionen steigt.

„Corona ist doch nur eine Grippe.”

In den Medien kursieren die verschiedensten Auffassungen zum neuen Virus und selbst auf den sozialen Medien weiß jeder Blogger, dass man mit dem Thema Corona gerade viele Klicks generiert.
“Die Influenza fordert jedes Jahr weltweit tausend Tode.”

Slowenien ruft den Notstand aus.
Bei “Corona-Challanges” lecken Leute an Klodeckeln.
Die größte Reisemesse der Welt wird abgesagt.
Toilettenpapier wird gehamstert.
Menschen in Italien werden zum Sterben nach Hause geschickt.

“Ich gehöre nicht zur Risikogruppe.”

Österreich macht die Grenzen zu.
Die Zahl der Infektionen steigt weiter.
Mitarbeiter stehlen im Krankenhaus Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken.
Meine Kollegin beschwert sich, dass man mit den Kids nicht mehr auf den Spielplatz darf.
Die ersten deutschen Schulen werden geschlossen.

Es steigen Corona-Partys.

Anweisung von oben: Pflegepersonal muss arbeiten, solange keine Symptome bestehen. Auf Corona werden wir nicht getestet.
Die Geschäfte werden bundesweit geschlossen.
Die Deutschen nehmen wegen einer Sprachnachricht kein Ibuprofen mehr.
Die Zahl der Infektionen steigt.
Die größte Rückholaktion in der deutschen Geschichte.
Ausgangssperre in Spanien.

Friseure sind weiterhin geöffnet. Haare schneiden - ein Grundbedürfnis?

Über 20.000 Infizierte in Deutschland.
Das Krankenhaus jongliert mit Zahlen. Maximale Anzahl an Intensivplätzen? 120. Momentane Anzahl an verfügbarem Pflegefachpersonal? Nicht einmal ansatzweise genug.

Kaffee und Kuchen bei Oma.

Beatmungsgeräte in Italien funktionieren nicht mehr.
Hallo. Ich heiße Emma und ich arbeite in der Notaufnahme. Das alles ist gerade mal in 4 Monaten passiert. Letzte Woche wäre ich beinahe nicht mehr zur Arbeit gegangen. Ich war so wütend. Ich bin es immernoch.

Der Virus überrollt uns offensichtlich und deine individuellen Wünsche und Bedürfnisse werden noch immer an erste Stelle gestellt.

Wenn du Corona nicht ernst nimmst, dann musstest du in deinem Leben noch nie einstecken. Dann ist dir nicht bewusst, dass du noch nie einen Krieg erlebt hast, noch nie Hunger gelitten hast.
Du weißt nicht, wie es ist, dich zurückzunehmen und zum Wohle anderer zu handeln.
Du hast ein Dach über dem Kopf, das Essen steht pünktlich und reichlich auf dem Tisch.
Du denkst, du bist unbesiegbar. Wieso solltest du deinen Komfort aufgeben, wenn du nicht zur Risikogruppe gehörst?

Und während du weiterhin deinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehst, Junggesellenabschiede feierst und im Café schmatzend Kuchen naschst, füllen sich bei uns die Betten.

Du verstehst nur eins nicht: Es geht nicht um dich. Und solange du dich selbst nicht in der Verantwortung siehst, werden die Zahlen weiter steigen.

Während du dich mit Freunden triffst , steigt die Belegung der Intensivstationen.
Du verstehst nicht, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis es dich auch direkt trifft. Noch sind es die anderen, die sich genauso verantwortungslos wie du zeigen. Bald bist du direkt Schuld daran, dass Patienten stundenlang in ihrer vollen Windel liegen, weil sie keine Priorität haben.

Du weißt nicht wie es ist, wenn man sich von Oma über das Telefon für immer verabschieden muss. Du verstehst nicht, dass bei dem 85-jährigen Opa die Beatmungsmaschine abgeschaltet wird, um damit Papa, 45, das Leben zu retten.

Genau das passiert gerade in Italien. Ärzte, die eigentlich für die Gesundheit kämpfen, sollen nun entscheiden, wer sterben muss.

In meiner heutigen Nachtschicht kam ein 70-Jähriger mit einer massiven Hirnblutung zum Sterben ins Krankenhaus. Abschied nehmen darf seine Frau heute noch persönlich. Morgen könnte es anders aussehen.

Die Regierung muss durchgreifen, weil die Bürger sich nicht in der Verantwortung sehen. Deine individuelle Freiheit ist dir wichtiger, als das Wohl aller.

Wer Angst vor der Ausgangssperre hat, kauft Toilettenpapier. Womit spült man sonst seine soziale Verantwortung herunter? Außerdem muss man dem Ego ja schließlich einen Thron bauen, wenn man schon zu Hause bleiben muss.

Während du dich ärgerst, dass deine Freiheit so eingeschränkt wird, müssen meine Kollegen und ich, Notfallsanitäter, Ärzte, Verkäufer, Polizisten arbeiten. Manche arbeiten 12 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche, zu jeder Tageszeit.
Wir dürfen nicht zu Hause bleiben. Unser Urlaub wird auch gestrichen. Weil ihr wie verrückt einkauft, werden die Supermärkte sogar sonntags geöffnet, obwohl die Lebensmittellieferungen weiter laufen.

Wegen deiner hirnlosen Panik schieben Verkäufer und Polizisten Überstunden.
Wegen deiner egoistischen Ignoranz füllen sich die Krankenhäuser.
Wegen deinem Mangel an Verantwortungsgefühl leiden andere.

Schon jetzt gibt es an meinem Arbeitsplatz keine Mundschutze mehr. Ich trage einen Mundschutz eine ganze Schicht, obwohl diese nach weniger Zeit keine Funktion mehr haben. OP-Säle sträuben sich, Corona-Patienten den entzündeten Blinddarm zu entfernen.

Und dann kommen Patienten wie du, die letzte Woche im Biergarten Radler trinken waren und heute hustend einen Corona-Abstrich fordern. Eigentlich bist du nur hier, weil du sicher gehen willst, ob du jetzt zu Hause bleiben musst oder heute Abend zu deinem Kumpel gehen kannst.

Wenn ich dich direkt wieder mit der Telefonnummer des Gesundheitsamts nach Hause schicke, erfülle ich die Vorgaben meines Arbeitgebers und meine Fürsorgepflicht für meine anderen Patienten.

Du gefährdest die Leute, die in der NOTaufnahme wegen richtigen NOTFÄLLEN da sind. Hirnblutungen. Herzinfarkte. Geplatzte Aneurysmen. Unfallopfer. Und Corona. NOTFALLpatienten, die nicht mehr atmen können.

Ich erkläre es dir sogar. Du schreist mich an, schubst mich, beleidigst mich. Was du immer noch nicht verstehst: Es geht nicht um dich. Weil wir keine Ärzte sind, werden wir nicht respektiert und bekommen direkt den Unmut der Patienten und Besucher ab. Wie oft forderst du einen Arzt, weil du mir als “dummer Krankenschwester” nicht glauben willst?

Ich muss mittlerweile immer ein Telefon bei mir tragen, um jederzeit den Sicherheitsdienst oder die Polizei rufen zu können. Wie kann man solche Zustände in Deutschland akzeptieren?

Wie kann es sein, dass die Leute in Norwegen ihren Ärzten, Pflegekräften und anderem medizinischen Personal zujubeln, auf den Balkonen stehen und applaudieren? Dass dies auf allen Plattformen zu sehen ist, sogar eigene “Hashtags” dafür bestehen? Wo bleibt deine Anerkennung?

In einer Petition fordern wir endlich eine faire Entlohnung. “Wie dreist von den Pflegekräften, die jetzige Situation ausnutzen, um gehört zu werden!”, darf ich mir anhören. Vermutlich von denen, die Dosenravioli und Klopapier bunkern. Die aktuelle Situation macht alles noch schlimmer und wir haben unsere persönlichen Limits schon lange überschritten.

Vielleicht liest du das und fühlst dich angesprochen. Vielleicht liest du das und schüttelst den Kopf vor Hilflosigkeit. Was kannst du denn tun?

Zeige Verantwortung. Gerade herrscht eine Ausnahmesituation. Alte Menschen brauchen Hilfe beim Einkaufen. Die Arbeiter der Bauern, sind nach Hause, über die Grenze geflüchtet. Die Lieferdienste sind überlastet. Kleine Geschäfte haben einen Verdiensteinbruch. Wenn du nicht zur Risikogruppe gehörst, dann biete Ihnen deine Hilfe an.

Biete der alten Dame im Haus an, ihren Hund auszuführen und einkaufen zu gehen. Vielleicht hilfst du einer Freundin einen Onlineshop zu bauen. Hilf dem Bauern bei der Spargelernte. Was sind deine Fähigkeiten, wo kannst du dich nützlich machen? Dir fällt nichts ein?

Dann bleib Zuhause.

Und das gilt für alle. Keine Freunde treffen, keine Partys, keine Reisen.
Hab Verantwortungsbewusstsein nicht nur dir selbst gegenüber. Sonst gibt es auch in Deutschland bald ähnliche Fallzahlen wie in Italien.

Wenn du nicht endlich Verantwortung zeigst, heben wir bald die bald die Hände und schicken deine alte Mutter zum Sterben nach Hause, da die Kapazitäten der Intensivstation schon lange erschöpft sind.

Ich bin Emma und ich arbeite in der Notaufnahme und das war meine Nachricht an euch...



(Emma ist meine Cousine und ich möchte sie und ihre Kollegen in den Krankenhäusern unterstützen. Teile diese Nachricht, wenn du ihrer Meinung bist.)



Und noch einmal der Hinweis: Dies wurde von vanilla icedream veröffentlicht

Montag, 23. März 2020

Aus der Versenkung

Der mystische Weg führt aus der Versenkung zurück in die Welt und in die Weltverantwortung.
Er führt uns ins Handeln, ins Alltägliche und zum Mitmenschen-
und ist Grundlage einer Ethik der Liebe,
die im anderen Menschen sich selbst erkennt.
Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt ist ein Irrweg
                                                               Willigis Jäger




Namaste du Liebe*r,

heute ist ein Dooftag. Alles kommt hoch. Das was seit Monaten und Wochen drückt. Ich fühle mich von der Welt erschlagen. Angst ist da nicht. Eher eine seltsame Ruhe und das Gefühl von Machtlosigkeit.

Hierbei geht es nicht/ "lediglich" hintergründig im Corona und Co.!

Ich werde mich heut Abend wahlweise mit dem Herzkino oder einem dieser Wohnzimmer-Konzerte beschäftigen. Togehter at home. Bzw. alone at home. All-ein. 

Vielleicht mach ich auch einfach durch? In der Hoffnung, den morgigen Tag wie einen Film zu erleben.

Kennst du das? Du kannst sagen "Ich wusste es doch! Keiner wollte auf mich hören! Ich hab eine gute Menschenkenntnis und ein gutes Bauch- sowie Herzgefühl!" - aber die wäre so viel lieber gewesen, du httest nicht Recht behalten?

Naja. Schauen wir mal. Wie es weiter geht.

Danke für dich und Sonnengrüße von Herzen,
deine Claudi






Freitag, 20. März 2020

Gedanken einer zweifachen Mutter, Ehefrau, Tochter, Freundin

Namaste du Liebe*r,

meine Freundin Marlin Müller hat den folgenden Text verfasst.
Ihre Worte haben mich heute zu Tränen gerührt und ich darf sie hier öffentlich mit dir teilen. 

Danke für dich, Sonnengrüße von Herzen und:
BLEIB GESUND!


Deine Claudi




Was geschieht -zur Zeit- mit der Welt?
Krieg und Vertreibung in Syrien. Die Türkei. Stichwort Herr Erdogan, der meint Menschenleben als Druckmittel für seine Belange nutzen zu können. Überfüllte Flüchtlingslager in Griechenland, die aktuell komplett vergessen werden. Putin, der die Verfassung ändern lässt, um erneut kandidieren zu dürfen. Friedensabkommen zwischen Amerika und der Taliban. Herr Trump. Wie die Saudies über Twitter Machtkritiker selektieren und Mundtot legen (sehe die Ermordung vom Journalisten Jamal Khashoggi 2019). Er wurde zerstückelt, nur weil er Kritik ausgeübt hat. Nur weil er seine Meinung geteilt und verbreitet hat. Und jetzt?!
SARS-CoV-2.
Man steht fassungslos da und beobachtet das Weltgeschehen.
Nein! Nicht das Weltgeschehen.
Nein! Nicht das Weltgeschehen irgendwo, sondern das Geschehen direkt vor unserer Haustür. Vor meiner Tür.
Was ist das für eine Welt. Wie Naiv wäre ich zu glauben, die Welt könne weiter so existieren wie bisher.

Ich bin zweifache Mutter, Ehefrau, Tochter, Freundin..... und befinde mich in Selbst Quarantäne.
Ist das die Welt die ich für meine Kinder möchte und wünsche?
Ist das ein Leben die ich erstrebenswert empfinde?
Ist das die Zukunft, die uns erwartet?
Ist das eine Chance oder der Beginn von der Stunde Null (wie es zum Teil in den Medien deklariert wird)?
Was will es uns das alles sagen?

Eine Chance wieder zu sich zu finden. Nicht nur einen Gang, sondern zwei Gänge herunter zu schalten, um sich auf das wesentliche im Leben zu besinnen?
Eine Chance das Leben, die Natur, die Luft, die Freiheit, die Menschenrechte, die Demokratie mit offenen Augen und wachem Blick zu betrachten und Sie zu würdigen?
Tagtäglich, 24Std. am Tag kämpfen Ärzte, Krankenschwester, Pfleger, die Feuerwehr, die Polizei und viele andere für uns an vorderster Front und bitten uns zu Hause zu bleiben. Weil Sie nur leicht erahnen, was da auf uns zurollt. Und was tun wir?
Wir gehen unerachtet dessen Eis essen, gehen in den Park und spielen Fußball oder feiern Corona Partys.
FUCK!! Was ist los mit Euch? Es sterben Menschen auf der ganzen Erde … und Ihr feiert? Nur weil ihr meint eine leichte Grippe zu bekommen und dann ist alles gut. Stellt Euch mal vor, das Virus würde nur junge Menschen befallen. Und die älteren Mitbürger würden darauf anstoßen und dabei einen Tanz aufführen.
Wie makaber wäre die Vorstellung...

Ist es nicht endlich an der Zeit zu erwachen und Haltung einzunehmen?
Solidarität und Mitgefühl ganz laut in die Welt zu schreien und Sie zu zeigen?
Und das von ALLEN!
Während ich diese Zeilen schreibe muss ich weinen. Weil mich das Verhalten anderer, wütend macht und gleichzeitig lähmt.
Meine Vernunft will kapitulieren.
Mein Herz will kämpfen.
Ich selbst halte die Hoffnung ganz fest in der Hand und werde Sie nicht los lassen.

Bitte! Bleibt zu Hause.
Schaltet Euer Hirn ein.
Gibt der Menschlichkeit eine Chance.
Seid Füreinander da.

Ich persönlich sehe Covid19 tatsächlich als eine Chance. Als eine Chance eine wirkliche Achtsamkeit zu erleben als bisher getan. Eine Chance die wichtigen Dinge im Leben zu erkennen, sie zu sehen und sie anzunehmen.
Ich kann nicht beurteilen welchen Herausforderungen wir uns in den nächsten Wochen und Monaten stellen werden und müssen. Wie sehr wir an unsere Grenzen kommen werden und wie es uns verändern wird. Jedoch eine Sache kann ich mit Zuversicht und von ganzem Herzen sagen, ich werde da sein, wenn ich benötigt werde. Sollte mein Körper immun sein, werde ich mit all meiner Kraft als Mutter, als Ehefrau, als Tochter, als Freundin da sein.

Es wird uns allen die Augen öffnen und uns lehren in Zukunft es anders zu gestalten.
Besser, grüner, gesünder, verantwortungsvoller...

Marlin Müller
Bleib Gesund

Samstag, 14. März 2020

Friede Freude Süßkartoffel: #089 - Meine Ideen für dein starkes Immunsystem

Hallo und Namaste du Liebe*r,

die Folge #089 (wie München!) hat einen eigenen Blogeintrag verdient, finde ich :-)

Ich will gar nicht über Corona und Co. sprechen, sondern dir einfach nur meine Ideen mit dir teilen. Seit Jahren stärke ich nämlich täglich mein Immunsystem – auf sehr unterschiedliche Weise.



Dir und deinen Lieben wünsche ich:
BLEIB GESUND!!!

Danke für dich und Sonnengrüße von Herzen,
deine Claudi