Samstag, 9. Mai 2020

Ein Liebesbrief an Corona

Namaste du Liebe*r,

ich möchte einen Liebesbrief an Corona verfassen. Warum? Weil mir gestern, als ich in meinen Unterlagen der Ausbildung zur Yogalehrerin BDY/EYU geblättert habe eins bewusst wurde...

Auf der Suche nach der yogischen Reaktion auf "Sucht" (einem s. g. kleśa) bin ich auf die Lösung in Form einer Seinsweise (s. g. bhāvana) gestoßen.


Das ist maitrī - Liebe, Güte, Freundlichkeit, Wohlwollen.


 
Und weil aufgrund von Corona und drumrum meine Zuckersucht wieder hochkam... habe ich mir gedacht ich überschütte das Virus mit all dem. Dies wird also nun ein kleiner Schreibversuch.

Das ist meine persönliche Sicht der Dinge.
Ich bin weder Mama, noch arbeitssuchend, noch erkrankt.
Klar setze ich voran, dass ich mich selbst allein schon wegen dieser Punkte in einer komplett anderen, friedlichen Situation befinde, als soooo viele andere Menschen. 
Dessen bin ich mir bewusst.

Danke für dich und Sonnengrüße von Herzen,
bleib gesund!

Deine Claudi






Liebes Corona,

das aktuelle Aufatmen, bevor m. E. die nächste Welle an Beschränkungen kommt, möchte ich nutzen um mich bei dir zu bedanken. Dich mit Wohlwollen, Liebe und Freundlichkeit zu überschütten.

Bei all dem Mist den du der Menschheit antust, so bist du für Mama Erde an sich recht gut, scheint es mir.


Die Vögel zwitschern mir jeden Morgen entgegen.
Der Himmel ist strahlend blau, wenn ich nach oben schau.
Die Menschen gehen mehr spazieren und fahren Rad statt Auto.
Den Kontakt welcher zu Freunden besteht wird geschätzt wie nie zuvor.
Die freundlichen und lustigen Gespräche, die mit bisher Fremden geführt werden, gehen direkt ins Herz.
Die Lieblingsorte in München werden auf neue, andere Weise erkundet.
Der Freundeskreis wird hinterfragt.
Die Reiseplanungen werden überdacht.
Das Einkaufen wird zur Herausforderung.
Die vorhandenen Bücher- und Zeitschriften-Stapel werden kleiner.
Der Konsum wird komplett hinterfragt und überdacht.
Die Social Media Kontakte überarbeitet.
Das eigene Land wird plötzlich geschätzt.
Die Lieben sind gesund.
Die Zeit wird genutzt für Herzensangelegenheiten. 
Der Balkon wird zum Lieblingsplatz - neben der Yogamatte.
Die Meditation wird zum täglichen Date mit mir selbst. Innenschau.
Das Rad zum Dauerbegleiter.
Die Spaziergänge werden länger.

Dafür danke ich dir, Corona.


Uns geht es hier in Deutschland sehr gut. Ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass das so bleibt. Da bin ich mir  allerdings leider nicht sicher. Die Bilder aus Italien, Ecuador und den USA stecken mir in den Knochen. An andere Teile der Welt mag ich gar nicht denken.

Schade, dass es auf mich so wirkt, als würden die Menschen seit dieser Woche in Bayern wieder unvernünftig werden. Mein Wunsch ist, dass wir alle lernen mit dir, Covid-19, umzugehen. Denn du wirst uns noch länger begleiten.

Für mich gilt es nicht plötzlich Halligalli zu machen, Biergärten zu stürmen, zu 20st auf Radtour gehen, den Mundschutz unter statt über der Nase zu tragen, keine Parties in Wohnungen feiern. Am Spielplatz nebeneinander an Schaukel bzw. Rutsche stehen oder auf der Picknickdecke zu sitzen finde ich nicht ganz so sexy. Aber gut - ich bin sehr aufgeklärt, sehr/ zu (?) vorsichtig.

Ich bin auf Habachtstellung.
Auswirkungen der ersten Lockerungen seit 20.04.2020, bekommen wir wohl nun langsam zu spüren.

Diese Lockerungen mögen wirtschaftlich gut oder notwendig sein - aber gesundheitlich? Ich weiß es nicht, ich kenne mich zu wenig ist. Lediglich festhalten kann ich, was mir auffällt, wofür ich dankbar bin, was ich mir wünsche.



Ich wünsche mir, dass weiterhin Abstände eingehalten, Hände gewaschen, in die eigene Armbeuge gerotzt und geschnieft und vor allem bei Krankheitsanzeichen daheim geblieben wird.

Ich wünsche mir, dass Arbeitgeber auf die Belange ihrer Arbeitnehmer eingehen, seien sie psychischer oder physischer Natur.

Ich wünsche mir, dass andere respektiert werden, wenn sie beispielsweise ängstlicher oder nachdenklicher sind als man selbst.

Ich wünsche mir, dass Gesundheit über Wirtschaft steht.

Ich wünsche mir, dass mehr darauf geachtet ist für Was das eigene Geld ausgegeben wird.

Ich wünsche mir, dass die Herstellung hinterfragt wird.

Ich wünsche mir, dass die Natur aufatmen kann.

Ich wünsche mir, dass die Freundlichkeit bleibt.

Ich wünsche mir, dass Smartphones in Gesprächen keinen Platz mehr finden, da der Mensch der vor einem steht, wieder der wichtigste wird.

Ich wünsche mir, dass ich weiterhin mehr lese.
 
Ich wünsche mir, dass Parteien mit rechtspolitischem Gedankengut keine Sichtbarkeit mehr erhalten.

Ich wünsche mir, dass meine Lieben gesund bleiben.

Ich wünsche mir, dass ich weiterhin Yoga-Privatstunden und Ernährungsberatungen online gebe.

Ich wünsche mir, dass ich gesehen werde wenn ich mein Wissen und meine Werte teile.

Ich wünsche mir, dass Menschen statt mit dem Kopf zu denken, mit ihren Herzen fühlen.

Ich wünsche mir, dass mehr Rücksicht einzieht und weniger Egoismus.

Ich wünsche mir, dass die Menschen endlich aufhören Tiere zu missbrauchen.

Danke.


Sonnengrüße von Herzen,
deine Claudi

(to be continued...)





From @brenna_quinlan “There have been some positives to come out of lockdown. Welfare rates have been raised in some countries, others have given out universal basic income. People are growing food and baking sourdough, and we're all wondering why attending meetings in person seemed preferable to chatting online in our pyjamas. Celebrities are clammering for attention as we ignore them in favour of our new heroes: health workers, cleaners, delivery drivers and teachers. As lockdown is relaxed in many countries, there's talk of going back to normal. But what was really normal about the old way? Do we want to sit in rush hour traffic on our daily commute again? Do we need the skies to be crowded with aircraft? Does industry have to ramp up to the unsustainable levels it was operating at? Does GDP have to stay as the one and only measure of success? I'm keen for a world of less stuff and more quiet, of less work travel and more quality time with family. Covid has showed us what's really of value in our lives, and we don't have to give that up. Let's move toward a new normal, one that's better for the earth as well as for us.” #permacultureillustrator #coronakindness #lessisthenewmore
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