Donnerstag, 8. Oktober 2020

Den Gedanken freien Lauf lassen

Namaste du Liebe*r,

die letzten Monate waren schwierig und nervenaufreibend. Da war von meiner Seite her Verunsicherung, Enttäuschung, geplatzte Hoffnung. Ich hatte das Gefühl nicht Ich zu sein. Oder vielmehr: Sein zu können. 

Irrwitzigerweise hat das alles nichts mit Corona zu tun! Wie in so vielen anderen Fällen. Wo Krankheit, Existenzängste, Arbeitslosigkeit, Kinderbetreuung und Einschränkungen für Irrungen und Wirrungen auf psychische und physische Weise geführt haben.

 

Bei mir ist es so, dass ich (in ungekündigter Position als Angestellte) keinen Tag lang mit auch nur einem der Punkte zu kämpfen hatte. Im Gegenteil: Aufgrund von Kurzarbeit und Kündigungen (die, in der ersten Runde, angeblich nichts mit der Pandemie zu tun hatten) steppte bei mir im Teilzeitjob der Bär!

Das führte zu Stress auf doppelt gemoppelte Art und Weise. Da war liebgewonne Chefin plötzlich weg, da war aus einem Team auf einmal nur noch ich da. Als One-Woman-Show mit 100%iger Verantwortung an lediglich drei Tagen pro Woche.

Ich hab gekotzt. Im Strahl. Mehrmals. Täglich.

 

Doch die Arbeit ist nur ein Paar Stiefel gewesen. Auch privat war es stellenweise mehr als schwierig. Mir das einzugestehen, hat mehrere Woche in Anspruch genommen.

Im Juli platzte der Urlaub. Ich wollte eh nicht verreisen, aber es sollte eine erholsame Zeit im geliebten München und Umgebung werden. Statt dessen standen spontan Besuche in der Tierklinik mit Finn, in der Frauenklinik mit meiner Mama und in der Augenklinik mit meiner Oma an. Mama war (zu) schnell wieder fit, Finn leider nicht, Oma musste nicht operiert werden. Puh. Aber dennoch: Der Spagat zwischen "Ich brauch doch Ruhe!!! Seit März arbeite ich alleine -  durch!" und "Ich bin fit und will für euch da sein!" war schwer.

Rückblickend bin ich dankbar dafür, dass Finn überlebt hat. Und, dass ich zu den Wochen als wir 6x in der Tierklinik waren Urlaub hatte! Dem Himmel sei Dank!

Doch in dem Moment war ich enttäuscht und wütend. 

 

Gedacht war ja, dass ich mich erhole. Dass ich mir Gedanken darüber machen kann, wie es mit dem Teilzeitjob und der nebenberuflichen Selbstständigkeit weiter geht. Aber: nichts ging! Ich war wie leer. Ausgebrannt.

Das ging dann noch den gesamten August so. Endete in Ess-Eskapaden. Und ich beschloss, dass es so nimma weiter geht.

Unterstützt wurde ich dabei von der Fructoseintoleranz, die mich 2007 so viele Nerven gekostet hat, dass ich im Krankenhaus gelandet bin. Das wollte ich 13 Jahre später nicht erneut zulassen. So habe ich das Wochenende 11.- 13. September mit Wasser- und Teefasten verbracht und mich auch auf mentaler Ebene einmal durchgereinigt. Eine sehr gute Entscheidung denn seit ziemlich genau einer Woche ist die Kraft wieder da, mit der ich, frohesten Mutes, im Januar und Februar in das Jahr 2020 gestartet bin.

Mittlerweile hab ich Frieden geschlossen. Pauschal. Ich habe mich an neue Rollen gewöhnt. Oder versuche es. Auf unterschiedliche Weise. Sehr konträr. Die eine versuche ich mit Gelassenheit anzugehen, die andere voller Liebe. Beide sind auf ihre Art herausfordernt. Die eine tendenziell eher negativ, die andere durchweg positiv. Ich wachse durch beide und mit beiden. 

 

Nun steht im Oktober erneut Urlaub an. Ich verlasse dafür Müchen! Unfassbar ;-) Voller Vorfreude bin ich, gleichzeitig aufgeregt und gespannt. Mein großer Wunsch ist Erholung auf allen Ebenen. Sooo sehr!!!


Wenn ich dann aufgetankt bin, will ich mir überlegen und vor allem erfühlen, wie es nebenberuflich/ als Selbstständige weiter geht. Ich werde die folgenden Gedanken nicht los:

- Es kann doch nicht sein, dass ich vier Jahre BDY-Ausbildung vorweisen kann, aber sie nicht umsetze. Privat für mich und mein Umfeld freilcih schon! Aber leider nicht im Sinne von Weitergeben an andere Menschen.

- Wieso kräht kein veganer Hahn mehr nach mir? Wo ist das was ich 2011-2013 erarbeitet habe hin? 

- War es ein Fehler 2014 (das war eins der schlimmsten Jahre meines Lebens!) mit der Selbstständigkeit rauszugehen?

- Warum habe ich die Ausbildung zur veganen Ernährungsberaterin gemacht, wenn vegan für mich so viel mehr als Ernährung ist!!! Und ich dieses ernährungsbedingte Fachwissen nur am Rande - aber nicht als Mittelpunkt teilen will?

- Wie kann ich veganes Leben und Yoga besser verbinden als bisher?

- Was will ich wirklich erreichen?

- Welchen Spielplatz wünsche ich mir und was sind der Sinn und Zweck dahinter?


Das als kleines Memo für mich. Für November. Oder Dezember.

 

Warum ich all das niederschreibe? Weil ich denke, dass viel zu wenig Menschen wirklich ehrlich sind. 

Ich finde als Yogalehrerin darf ich auch mal "Das is doch alles scheiße statt shanti!" denken. Ich darf dazu stehen, dass der "Markt" übersättigt ist und es viel Kraft, Dranbleiben und Einzigartigkeit kostet, um wirklich erfolgreich zu sein. Aber auch kein/ viel zu wenig Geld zu verdienen! Weil es dermaßen mies bezahlt wird, dass ich es für meinen Teil nicht einsehen mag, unter Mindestlohn zu arbeiten. 

Ich finde als Ernährungsberaterin, die keine Lust mehr hat eine zu sein, darf ich auch mal dazu stehen und sagen, dass mein Weg bisher vielleicht doch nicht der richtige Weg war. Halt auch WEIL das Essen seit dem Jahre 2001 mein Anti-Thema ist. Verbieten, erlauben, verbieten, erlauben. Diät, hau rein, Diät, hau rein. Meine unendliche Geschichte.

 

Ist sie zu Ende? Ich denke nicht. Vielleicht fängt sie 2020 auch erst richtig an? 

Alles kommt... bleibt... geht...

Hast du bis hier hin mitgelesen? Wow! Respekt! Und ein dickes Danke dafür <3 


Danke für dich, Sonnengrüße von Herzen und bleib gesund!

Deine Claudi

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